Sage nicht immer, was Du weißt, aber wisse immer, was Du sagst“

Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

 

Das Anschreiben

 

Das Anschreiben ist der individuellste Teil der Bewerbung und wird daher häufig als Visitenkarte des Bewerbers bezeichnet. Das Anschreiben ist jedoch wesentlich mehr: Mit ihm bringen Sie Ihre zentralen „Verkaufsargumente“ auf den Punkt. Sie machen deutlich, warum gerade Sie die oder der Richtige für die zu besetzende Position sind. Verstehen Sie dieses Schriftstück daher als Werbetext in eigener Sache. Etwa 70 Prozent der Personalverantwortlichen messen dem Anschreiben eine sehr große Bedeutung im Bewerbungsverfahren bei. Deshalb trennt sich in der Praxis bereits an dieser Stelle die Spreu vom Weizen. Das Anschreiben entscheidet nämlich regelmäßig darüber, ob die anderen Bewerbungsunterlagen überhaupt zur Kenntnis genommen werden.

Da das Bewerbungsschreiben in erster Linie Selbstmarketing bedeutet, können Sie gerade mit dieser Seite Ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, adressaten- und nutzerorientiert zu denken und zu formulieren.

Welchen Vorteil hat das Unternehmen, wenn es Sie einstellt?

Welche Kompetenzen und Erfahrungen bringen Sie mit?

Und vor allem: Warum bewerben Sie sich gerade für diese Stelle?

Im Fokus des Anschreibens stehen also Ihre authentische Bewerbungsmotivation und die präzise Beschreibung der Highlights aus Ihrem Lebenslauf. Überzeugen Sie durch Fakten, die einen konkreten Bezug zur angestrebten Position haben.

Das klingt alles sehr kompliziert? Wenn Sie so denken, sind Sie nicht allein. Mit dem Anschreiben tun sich viele Bewerber erfahrungsgemäß sehr schwer.

Häufig hört man von Bewerbern, dass das Anschreiben nur eine Formsache sei, da sich schließlich sämtliche Qualifikationen aus dem Lebenslauf und den Zeugnissen ergeben würden. Dieses Argument ist für Arbeitgeber allerdings nicht sonderlich überzeugend. Ihnen kommt es, neben den fachlichen Fähigkeiten, auch auf die Persönlichkeit des potenziellen Mitarbeiters an. Anhand des Anschreibens gewinnt ein erfahrener Personalbeauftragter bereits einen guten ersten Eindruck von der Motivation, dem Engagement und der Arbeitsweise des Bewerbers.

Trotz der hohen Relevanz des Bewerbungsschreibens können Sie allerdings ganz gelassen bleiben: Mit Ihrer Selbstpräsentation haben Sie bereits einen wesentlichen Schritt für ein gelungenes Anschreiben gemacht. Nutzen Sie Ihre Chance, sich mit einem aussagekräftigen Anschreiben deutlich von der Masse der Bewerber abzuheben. Machen Sie Ihrem Ansprechpartner Lust auf mehr.

 

Ein Anschreiben umfasst eine DIN A4 Seite.

Es besteht aus dem Anschreibenkopf und dem Anschreibentext. Hierbei sind (insbesondere in der IT-Branche) die Grundlagen der DIN 5008 einzuhalten.

 

Standards:

 

Seitenrand links: 24,1 mm

Seitenrand rechts: mind. 8,1 mm

Seitenrand unten: 16,9 mm

Seitenrand oben: 16,9 mm

 

Hauptteil: linksbündig, kein Blocksatz

MUSTER_Das-Anschreiben

Das 1 x 1 des Anschreibens

 

01 Briefkopf/Absenderangaben

Geben Sie Ihre vollständige Postanschrift und Ihre Telefonnummer an (eventuell auch die Faxnummer). Um Fragen oder Terminabsprachen für ein Vorstellungsgespräch klären zu können, vermerken Sie auch, wann Sie am besten zu erreichen sind.

Beispiel: „05 51/12 34 56 78 ab 17 Uhr“

Geben Sie auch an, falls sich bei Ihnen ein Anrufbeantworter melden sollte.

Beispiel: „05 51/12 34 56 78 (AB)“

Gerade wenn Sie tagsüber nur schwer erreichbar sind, nennen Sie bitte auch eine Handynummer.

Eine E-Mail-Adresse sollte prinzipiell neutral sein. Also bitte keine „Nicknames“ oder andere Spitznamen, mit denen Sie eventuell im Internet unterwegs sind (wie „kr.bulldozer@web.de“).

Die optimale Kombination beinhaltet Vor- und Zunamen.

Beispiel: „max.mustermann@web.de“ oder „max-mustermann@web.de“.

 

02 Adressat

Achten Sie darauf, dass die Firmenanschrift vollständig und korrekt ist. Geben Sie auch die korrekte Rechtsform des Unternehmens an (zum Beispiel GmbH, GmbH & Co. KG, gGmbH, AG, OHG, GbR). Nennen Sie die Abteilung innerhalb des Betriebes und - wenn möglich - Ihren Ansprechpartner. Machen Sie hier keine Flüchtigkeitsfehler! Der Umgang mit Details innerhalb der Firmenanschrift ist auch ein deutliches Signal für Ihre Sorgfalt im Berufsalltag.

Berücksichtigen Sie ebenfalls, dass z. B. „z.Hd.“, „z.H.“, nicht mehr geschrieben werden.

 

03 Ort/Datum

Ihren Wohnort geben Sie auf jeden Fall an, wenn dieser vom Ort des potenziellen Arbeitgebers abweicht. Sie machen aber auch nichts verkehrt, wenn Sie generell den Ort angeben. Geben Sie das aktuelle Datum an und versenden Sie Ihre Unterlagen noch an diesem, spätestens am folgenden Tag.

 

04 Betreff- und Bezugszeile

Sie ersparen Ihrem Ansprechpartner unnötige Arbeit, wenn Sie den Anlass Ihres Schreibens kurz und prägnant formulieren.

  • Die Betreffzeile enthält die Position, für die Sie sich bewerben.
  • In der Bezugszeile nennen Sie die Fundstelle der Stellenanzeige (Zeitung, Jobbörse im Internet, Homepage des Unternehmens etc.) und das Erscheinungsdatum.

Beispiel:

Bewerbung als Marketingassistentin

Ihre Anzeige im Göttinger Tageblatt vom ……….

  • Geben Sie möglichst auch die Kennziffer des Inserats an.
  • Falls Sie vorab mit Ihrem Ansprechpartner telefoniert haben, beziehen Sie sich auf dieses Telefonat.

 

Berücksichtigen Sie, dass die Angaben „Betreff“ oder „Betr.“ heute nicht mehr üblich sind. Lassen Sie diese Begriffe daher weg, und heben Sie stattdessen die Zeilen fett oder kursiv hervor.

05 (Persönliche) Anrede

Vermeiden Sie die geläufige Anrede: „Sehr geehrte Damen und Herren“. Sie zeigt, dass Sie nur unzureichend recherchiert haben. Sprechen Sie den Empfänger des Schreibens direkt an. Das ist freundlicher und persönlicher.

Wenn Ihr Ansprechpartner in der Stellenausschreibung nicht namentlich genannt wird, können Sie sich auf der Homepage des Unternehmens informieren. Sollte auch diese Methode nicht zum gewünschten Erfolg führen, dann können Sie in der Telefonzentrale des Betriebs anrufen. Lassen Sie sich jedoch den Namen Ihres Ansprechpartners im Zweifel immer buchstabieren. Am Telefon versteht man häufig nur die Namen, die man sowieso schon kennt.

Vielleicht haben Sie auch den Mut, sich zu dem zuständigen Personalverantwortlichen durchstellen zu lassen, um zusätzliche Informationen über die zu besetzende Position zu erhalten.

Dadurch zeigen Sie Engagement und Interesse und erwerben häufig einen wichtigen Startvorteil gegenüber Ihren Mitbewerbern. Doch Vorsicht: Nicht alle Personalverantwortlichen freuen sich über Anrufe von Bewerbern. Hier gilt die Regel: Wenn die Telefonnummer in der Anzeige angegeben ist, dann dürfen Sie guten Gewissens anrufen.

Achten Sie auch bei der schriftlichen Anrede auf einen eventuellen Titel und die korrekte Schreibweise des Namens.

Nach der Anrede setzen Sie ein Komma.

Danach geht es klein weiter.

06 Einstieg/Einleitung

„Ich bewerbe mich bei Ihnen, weil ich Geld verdienen muss um meine Familie ernähren zu können … meine Hypotheken bezahlen zu können … mir ein neues Auto leisten zu können… „

 

Eine ehrliche Bewerbungsmotivation – kein normaler Mensch bewirbt sich als Taxifahrer, weil er leidenschaftlich gern Auto fährt; dann würde er eher privat Rallyes fahren und davon träumen, irgendwann in der Formel 1 zu fahren. Auch als Serviererin arbeitet man nicht im Flughafenrestaurant, weil man Pilotenuniformen so schick findet. Sicher, wir hatten alle einmal Ideale, fühlten uns zu einem bestimmten Beruf berufen. Arzt oder Pastor zu werden hat sicherlich viel mit Berufung zu tun. Für Sie hoffe ich in diesem Zusammenhang, dass Ihnen Ihre Idealvorstellungen nicht zu schnell abhandenkommen.

Die meisten von uns arbeiten jedoch aus der Notwendigkeit heraus, Geld für den Lebensunterhalt verdienen zu wollen, zu müssen – das bedeutet im Einzelfall keinesfalls, dass sie ihre Arbeit nicht gern verrichten.

Trotzdem tun wir meist so, als hätten wir es nicht nötig zu arbeiten. Wir arbeiten natürlich nur, weil wir nach einer Lebensaufgabe, dem Sinn des Lebens suchen. Es wird meist so getan, als wäre die finanzielle Seite völlig zweitrangig. Warum eigentlich? Es gehört sich einfach nicht, von Geld zu reden – jedenfalls nicht sofort und allenfalls durch die Blume. Das Ritual. Sie beginnen ja auch nicht ein Vorstellungsgespräch mit dem Satz: „Guten Tag, mein Name ist Meyer … ja, danke, ich habe nach Ihrer Beschreibung gut hergefunden, aber lassen Sie uns zur Sache kommen: Ich bin Maschinenbauingenieur mit einem erstklassigen Universitätsabschluß; wie viel verdiene ich bei Ihnen?!“

Sie werden wohl wenige Personalchefs finden, die den Satz „Ich bewerbe mich bei Ihnen, weil ich Geld verdienen muss …“ als selbstverständlich akzeptieren werden, also lassen Sie lieber nassforsche Einlassungen. Werfen Sie sich zum Vorstellungsgespräch in Schale, ziehen Sie die abgewetzten Hemdmanschetten in den Jackenärmel und hoffen, dass der Personalchef kurzsichtig ist.

Wenn Sie den Job ergattert haben, werden Sie es Ihnen schon zeigen.

Unsere gesellschaftlichen Konventionen verlangen es nun einmal, dass Sie Ihre Bewerbungsmotivation hübsch verpacken.

Hier sind die Häufigsten:

Sie bewerben sich, weil Sie …

… die Sicherheit eines Großbetriebs suchen

Das heißt im Klartext: Es kriselt in der Firma, jeder fragt sich, wann er die/der Nächste ist, die/der von Rationalisierungsmaßnahmen betroffen ist.

… sich eine neue Existenz schaffen wollen

Es ist passiert – Ihnen ist gerade gekündigt worden, oder Sie haben die Absicht, bei nächster Gelegenheit zu kündigen, da die Arbeitsbedingungen nicht mehr zu ertragen sind (Mobbing).

… Karriere machen wollen

Sie suchen den beruflichen Einstieg, als Hochschulabsolvent oder als „frischgebackener Diplom-Ingenieur“, Sie möchten bei einer Firma entsprechender Größenordnung die erste Sprosse der Unternnehmenshierarchie erklimmen.

… die Selbständigkeit aufgeben wollen

Sie haben festgestellt, dass eine mittelmäßig bezahlte Anstellung in einem Unternehmen, dass Ihnen eine relative Sicherheit bieten kann, die bessere Alternative zu Umsatzdruck, schwankendem Einkommen und 60-Stunden-Woche ist.

… sich finanziell verbessern wollen

Sie sind ehrgeizig, haben etwas zu bieten, Sorge um den derzeitigen Arbeitsplatz ist für Sie kein Thema. Sie wollen mehr Verantwortung übernehmen, mehr leisten und natürlich auch mehr verdienen.

… eine neue Herausforderung suchen

Sie wollen sich nicht nur finanziell verbessern, Sie möchten sich und anderen auch beweisen, dass Sie mehr können, als Ihnen bisher abverlangt wurde. Routine ist ein Begriff, der nicht zu Ihrem Sprachgebrauch gehört.

… wieder ins Berufsleben zurückwollen

Die Kinder sind aus dem Haus, Sie möchten zum Unterhalt der Familie beitragen, außerdem haben Sie das Gefühl, dass Ihnen die Decke auf den Kopf fällt; oder ein neuer Lebensabschnitt, z. B. durch Trennung vom Partner, zwingt Sie, sich auf die eigenen Beine zu stellen.

… weil Sie arbeitslos sind

Eine Bewerbungsmotivation, die sich eigentlich selbst erklärt – allerdings erhebt sich die Frage, welcher Umstand Sie arbeitslos werden ließ.

Sicherlich kennen Sie noch andere Bewerbungsgründe – ihnen allen ist aber eines eigen: es geht in den meisten Fällen, verhüllt oder unverhüllt, ums Geld.

 

Ergo müssen Sie den Preis wie ein guter Verkäufer etwas verpacken. Sie wissen: Ein guter Verkäufer nennt niemals eine nackte Zahl, wenn er nach dem Preis eines Kühlschranks gefragt wird.

„Dieser Kühlschrank, junge Frau, kostet mit Dreisterne-Fach und Abtauautomatik 249 Euro, dafür haben Sie aber auch einen Markenkühlschrank mit 160 Liter Fassungsvermögen!“

 

In Ihrem Falle heißt das:

Der Kontakt zu Kunden, die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen könnte nicht besser (gewesen) sein; ich habe Angst, in Routine zu fallen. Ich möchte mich nicht nur finanziell verbessern, sondern auch mehr Verantwortung übernehmen.

Es ist alles Friede, Freude, Eierkuchen – aber Sie sitzen schon zu lange auf dem gleichen Stuhl. Sie möchten weiterkommen, mehr Verantwortung übernehmen. Das bedeutet: Ich bin ehrgeizig, kann und will mehr leisten – also erwarte ich auch mehr in der Lohntüte.

 

Beginnen Sie mit einem Satz, mit dem Sie das Interesse des Lesers wecken.

Also bitte keine Standardfloskeln à la „Hiermit bewerbe ich mich …“. Nichts ist frustrierender, als bei Hunderten von Bewerbern immer wieder die gleiche Eröffnung zu lesen.

Bewährt hat sich der Verweis auf ein vorab geführtes Telefonat. Eine derartige Formulierung wird verhindern, dass ein Mitarbeiter der Personalabteilung Ihre Unterlagen bereits in der ersten Runde aussortiert. Motto: Aha, der Bewerber hat mit dem „Chef“ telefoniert. Sie können aber auch kurz die Position, für die Sie sich bewerben, ansprechen oder auf den Anlass Ihrer Bewerbung beziehen. Oder starten Sie eher ungewöhnlich, nämlich direkt mit einer Ihrer Stärken oder mit Ihrem Wissen über das Unternehmen. Auf allzu große Lobhudeleien wie „Sehr geehrte Frau Seifert, wen würde es nicht reizen, in einem führenden Unternehmen der Unterhaltungsindustrie zu arbeiten, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht?“ sollten Sie dabei jedoch verzichten, viele Personalverantwortliche fühlen sich mittlerweile von derartigen Formulierungen eher abgestoßen als umworben. Orientieren Sie sich zunächst an den folgenden Formulierungen:

 

Einleitende Formulierungen

Eröffnungen bei vorheriger Kontaktaufnahme

  • „Nochmals vielen Dank für das freundliche und informative Telefonat vom ……. Wie besprochen, schicke ich Ihnen heute meine Bewerbungsunterlagen.“
  • „Über Ihr Interesse an meiner Bewerbung freue ich mich.“
  • „Besten Dank für die telefonischen Informationen zu der Stelle des ……………… (Berufsbezeichnung) in Ihrem Unternehmen.“
  • „Bezogen auf das nette und ausführliche Telefonat vom … und den ersten Abgleich meines Profils, bewerbe ich mich um die Position des ……….“
  • „Ihre telefonischen Erläuterungen haben mich in meinem Wunsch bestärkt, als …. für Ihr Unternehmen tätig zu werden.“
  • Von Frau XY hörte ich, dass Sie Ihr Referententeam verstärken möchten.“
  • „Auf Empfehlung Ihres Kollegen, Herrn XY, sende ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen.“
  • „Nach dem freundlich informativen Telefonat mit Herrn/Frau …. sende ich Ihnen heute/anbei meine Bewerbungsunterlagen (…und biete Ihnen meine Unterstützung an.).“
  • „Vielen Dank für das freundlich-informative Gespräch am heutigen Vormittag/das wir gestern geführt haben. Wie angekündigt sende ich Ihnen meine Bewerbungsmappe.“ (Bei persönlicher Anrede)

Eröffnungen ohne vorherigen Kontakt:

  • „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen und möchte mich Ihnen als … (Berufsbezeichnung) vorstellen.“
  • „In Ihrer oben genannten Anzeige beschreiben Sie einen Aufgabenbereich, der mich sehr interessiert.“
  • „Ihr Stellengesuch hat mich sehr angesprochen. Für die ausgeschriebene Position bringe ich umfassende Erfahrungen in den Bereichen …… mit.“
  • „Wie ich über die Arbeitsagentur erfahren habe, suchen Sie zum 1. September einen Auszubildenden für den Beruf des Industriekaufmanns.“
  • „Beim Besuch Ihrer Homepage bin ich auf Ihre Stellenausschreibung für die Position des ……. aufmerksam geworden.“
  • „Von Freunden erfuhr ich, dass Sie die Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes im Bereich XYZ planen.“
  • „Auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als XYZ bewerbe ich mich gern, weil ich die erforderlichen Vorkenntnisse mitbringe.“ (Vorkenntnisse untermauern)
  • „Vor Kurzem erfuhr ich, dass Sie noch Ausbildungsplätze/Arbeitsplätze in den Bereich XYZ zu vergeben haben. Mein Interesse ist der naturwissenschaftliche Bereich mit dem Schwerpunkt … .“
  • „Im SIS des Arbeitsamtes Göttingen las ich Ihre Stellenausschreibung vom … in dem Sie einen Arbeitsplatz als/im Bereich anbieten.“
  • „Ein Arbeitsplatz in Ihrer Firma interessiert mich aus folgenden Gründen … .“ (Begründen)
  • „Von Herrn X/Frau Y habe ich erfahren, dass Sie noch eine Arbeitskraft (Auszubildende/n) für den Bereich … suchen.“
  • „Für Ihren Arbeitsplatz (…Ausbildungsplatz zum…/zur…) als … bringe ich die notwendigen Vorkenntnisse und Motivation mit.“ (Untermauern!!!)
  • „Sie werden sich bereits durch einen Berg Bewerbungen hindurchgearbeitet haben und etwas müde zu dieser greifen. Es ist möglich, dass Sie damit nur noch Ihrer Pflicht genügen wollen, weil Sie bereits einige BewerberInnen in die engere Wahl gezogen haben! Wenn Sie aber folgende Punkte gelesen haben, werden Sie vielleicht meine Bewerbung auch noch auf den Stapel „Vorstellungsgespräche“ legen!“

Die folgenden Einleitungen können Sie auch im Rahmen einer Initiativbewerbung nutzen:

  • „Als erfahrene Teamleiterin in der Kunststoffverarbeitung und in ungekündigtem Arbeitsverhältnis, möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen.“
  • „Als gelernter …… (Berufsbezeichnung) mit Erfahrungen in den Bereichen …. biete ich Ihnen meine Mitarbeit an.“
  • „Da ich mich beruflich verändern möchte, suche ich in Ihrem Unternehmen eine neue Herausforderung.“
  • „Nach langjähriger Tätigkeit im Finanz- und Rechnungswesen eines namhaften Zulieferers der Automobilbranche, suche ich eine neue berufliche Herausforderung, bei der ich meine Erfahrungen und Kompetenzen aktiv und engagiert in Ihrem Unternehmen einbringen kann.“
  • „Wie ich gestern der Hessisch Niedersächsischen Allgemeine entnommen habe, planen Sie die Eröffnung eines ABC-Baumarktes in Kassel-Bettenhausen. Gerne möchte ich meine Erfahrungen in den Bereichen Einkauf und Kundenbetreuung für Sie einsetzen und damit meinen Beitrag zum Aufbau des XYZ Marktes leisten.“
  • „Nach eingehender Beschäftigung mit dem Arbeitsgebiet als … interessiert es mich immer mehr in diesem Bereich tätig zu werden. Gibt es hierfür bei Ihnen eine Möglichkeit?“

07 Hauptteil

Nachdem wir uns bisher in erster Linie mit den Formalien des Anschreibens beschäftigt haben, wird es jetzt spannend. Es geht um die inhaltliche Ausgestaltung Ihres Anschreibens und damit um seinen eigentlichen Kern.

Hier befinden Sie sich in sicheren Gewässern, da Sie mit Ihrer Selbstpräsentation bereits das Grundgerüst erarbeitet haben.

Auf dieser Basis bauen Sie nun auf. Wenn Sie noch einige inhaltliche Besonderheiten berücksichtigen, dann werden Sie Ihren Ansprechpartner ganz leicht von Ihrem Potenzial überzeugen.

 

  • Bilden Sie Aktivsätze, anstatt zu schreiben:
    „Im Rahmen meiner Aufgabe musste ich folgende Tätigkeiten ausführen:…“
    Sie formulieren diesen Satz aktiv, wenn Sie z. B. schreiben:
    „Im Rahmen meiner Aufgaben führte ich folgende Tätigkeiten aus:….“

    Ein anderes Beispiel wäre:
    „Ich musste aus gesundheitlichen Gründen meinen erlernten Beruf aufgeben“
    Besser wäre hier:
    „Aus gesundheitlichen Gründen habe ich mich beruflich neu orientiert“.

    Weitere Beispiele für Aktivsätze:

    1.
    „Im Rahmen meiner Aufgabe musste ich folgende Tätigkeiten ausführen“
    Der Aktivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Im Rahmen meiner Aufgaben führte ich folgende Tätigkeiten aus“ oder
    „Folgende Tätigkeiten umfasste mein Aufgabengebiet.“

    2. „Ich wurde nach 3 Jahren in die Abteilung X versetzt.“
    Der Aktivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Nach 3 Jahren wechselte ich in die Abteilung X“

    3. „Für die Abteilung X wurde mir die Führung von 5 Mitarbeitern übertragen“
    Der Aktivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „In der Abteilung X leitete ich 5 Mitarbeiter.“
    „In der Abteilung X zeichnete ich mich verantwortlich für 5 Mitarbeiter.“

    4. „Innerhalb dieser Tätigkeiten bin ich auch mit den täglichen Geschäftsvorgängen konfrontiert worden.“
    Der Aktivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Während dieser Tätigkeit befasste ich mich auch mit den täglichen Geschäftsvorgängen.“

    5. „Ich war mit den folgenden Aufgaben in den letzten 5 Jahren betraut.“
    Der Aktivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „In den letzten 5 Jahren hatte ich folgende Aufgaben (inne.) erfolgreich ausgeführt/durchgeführt/wahrgenommen.“

    6. „Ich musste aus gesundheitlichen Gründen meinen erlernten Beruf aufgeben.“
    Der Aktivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich meinen erlernten Beruf nicht weiter ausüben.“

    7. „Nach 6 Monaten Arbeitslosigkeit bekam ich einen neuen Arbeitsplatz.“
    Der Aktivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Nach 6 monatiger erfolgreicher/intensiver Arbeitssuche trat ich eine neue Arbeitsstelle an/ begann ich eine neue Arbeitsstelle.“

    8. „Die Maßnahme beim BNW soll ich aus Gründen der beruflichen Integration absolvieren.“
    Der Aktivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Derzeit bilde ich mich beim BNW berufsspezifisch weiter.“

    9. „Im Rahmen dieser Maßnahme muss ich ein betriebliches Praktikum absolvieren:“
    Der Aktivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Im Rahmen dieser Maßnahme werde ich ein betriebliches Praktikum absolvieren.“
     
  • Bilden Sie Positivsätze, anstatt
    „Ihr Stellenangebot kann ich leider nicht vor dem (Datum) wahrnehmen.“
    schreiben Sie besser
    „Zum xx.xx.xxxx (Datum) will ich gerne Ihr Stellenangebot wahrnehmen.“

    oder

    „Das Zeugnis meines letzten Arbeitgebers liegt noch nicht vor“,
    hier klingt folgender Satz angenehmer:
    „Das Zeugnis meines letzten Arbeitgebers kann ich Ihnen in Kürze vorlegen“.

    Ein weiteres Beispiel wäre:
    „Leider verfüge ich nicht über die von Ihnen gewünschten Englischkenntnisse“,
    positiver liest sich:
    „Gerne bin ich bereit meine Englischkenntnisse auf den von Ihnen gewünschten Stand zu bringen“.

    Weitere Beispiele für Positivsätze:

    1. „Meine derzeitige Stellung bietet keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten, die meine Fähigkeiten genügend zum Einsatz bringen.“
    Der Positivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Gerne möchte ich in einem Unternehmen tätig sein, dass meine Fähigkeiten optimal fördert und in dem ich mich weiterbilden kann.“

    2. „Das Zeugnis meines letzten Arbeitgebers liegt noch nicht vor.“
    Der Positivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „In Kürze erwarte ich das Zeugnis meines letzten Arbeitgebers.“
    „Das Zeugnis meines letzten Arbeitgebers reiche ich umgehend nach.“


    3. „Seit dem (Datum) bin ich arbeitslos.“
    Der Positivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Seit dem xx.xx.xxxx bin ich Stellensuchend.“
    „Seit dem xx.xx.xxxx stehe ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.“


    4. „Ich musste zum … umschulen.“
    Der Positivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Da ich großes Interesse am Beruf des … habe, schulte ich dahin gehend um.“

    5. „Das Arbeitsamt konnte mir noch keine andere Stelle vermitteln.“
    Der Positivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Ich stehe Ihnen mit meiner Arbeitskraft jederzeit zur Verfügung.“
    „Gegenwärtig bin ich auf Stellensuche.“


    6. „Ich habe keine Berufserfahrung.“
    Der Positivsatz könnte folgendermaßen formuliert werden:
    „Gerne würde ich in Ihrem Haus meine Kenntnisse und Fähigkeiten vertiefen.“
    „Gerne möchte ich meine in der Ausbildung erworbenen Kenntnisse in die berufliche Praxis umsetzen.“

 

  • Gehen Sie im Hauptteil des Anschreibens unbedingt auf die Anforderungen der Stellenanzeige ein. Greifen Sie dabei die Schlagwörter der Anzeige auf, und erläutern Sie, mit welchen Erfahrungen und Kenntnissen Sie diese Voraussetzungen erfüllen.
  • Entwickeln Sie hierbei ein individuelles Profil: Was spricht dafür, dass Sie im Hinblick auf die ausgeschriebene Stelle ein Volltreffer sind? Ziehen Sie Ihre Selbstpräsentation heran, und beschreiben Sie kurz und eingängig Ihre aktuelle Position und Ihre berufliche Entwicklung. Welche Tätigkeiten und Projekte qualifizieren Sie für die neuen Aufgaben? Beweisen Sie Ihre persönlichen Erfolge und Kompetenzen anhand von ein oder zwei Beispielen. Warum sind gerade Sie der richtige Mann, die richtige Frau für genau diese Stelle? Was haben Sie anderen Bewerbern voraus, was auch für die angebotene Position von Vorteil ist? Achten Sie dabei auch auf Schlüsselbegriffe aus dem Tagesgeschäft.
  • Fakten, Fakten, Fakten. Schreiben Sie Klartext, und vermeiden Sie nichtssagende Worthülsen und Floskeln. Grundsätzlich sollte das Anschreiben - auch bei Fach- und Führungskräften - nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein. Nur in Ausnahmefällen können Sie von dieser Regel abweichen. Setzen Sie also wiederum auf „Klasse statt Masse“. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass wichtige Aussagen Ihres Bewerbungsschreibens überlesen werden.
  • Vermeiden Sie auch Endlossätze und komplizierte Satzverschachtelungen. Ein überzeugender Satz im Anschreiben ist klar formuliert: Er besteht aus etwa 12 (höchstens 20) Wörtern und enthält eine oder zwei prägnante Aussagen. Formulieren Sie aktiv und dynamisch, indem Sie eher Verben als Substantive benutzen. Beispiel: „In der Kabelbaumfertigung leite und organisiere ich eigenverantwortlich ein Team von zwölf Mitarbeitern.“
  • Formulieren Sie selbstbewusst: Begriffe wie „ich glaube, möchte, könnte, würde“ vermitteln Ihrem Gegenüber Unsicherheit. Entweder Sie tun etwas oder Sie lassen es. Außerdem gilt der Konjunktiv „würde“ als unmodern und wird daher im Geschäftsverkehr nur noch selten benutzt.
  • Seien Sie aber ehrlich, und machen Sie keine Versprechen, die Sie nicht halten können. Blender werden in der Regel schnell durchschaut: Wenn in einem Inserat verhandlungssicheres Englisch verlangt wurde, dann müssen Sie damit rechnen, dass dieses Kriterium im Vorstellungsgespräch auch überprüft wird und Sie gegebenenfalls dazu aufgefordert werden, ein wenig in der Fremdsprache zu referieren.
  • Andererseits haben Bemerkungen, die für Sie nachteilig ausgelegt werden können, im Anschreiben nichts verloren. Schreiben Sie daher nicht mehr als erforderlich. Wenn in Ihrem beruflichen Werdegang vielleicht etwas schief gegangen ist, brauchen Sie Ihren Ansprechpartner nicht mit der Nase darauf zu stoßen.
  • Auch wenn das Anschreiben eine Form des Selbstmarketings ist, sollten Sie Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen nicht in den höchsten Tönen loben („Eigenlob stinkt“). Ihre Qualitäten machen Sie am besten deutlich, indem Sie Ihre Stärken und bisherigen Aufgaben nicht bewerten, sondern anhand von Beispielen beschreiben. Die Einstufung Ihrer Aufgaben erfolgt dann automatisch durch Ihren Ansprechpartner. Beispiel: „In enger Zusammenarbeit mit der Projektleitung habe ich die Prozesstermine geplant und überwacht.“
  • Der Ansprechpartner möchte nicht nur wissen, wer Sie sind, was Sie können und was für besondere Stärken Sie besitzen, sondern auch, warum Sie an einem Arbeitsplatz in seinem Unternehmen interessiert sind. Dieser Punkt wird in der Bewerbungspraxis leider wenig beachtet. Falls Sie in der Einleitung Ihres Anschreibens noch nicht angesprochen haben, warum die konkrete Position oder der Betrieb für Sie besonders attraktiv sind, haben Sie am Ende des Hauptteils noch einmal die Gelegenheit dazu. Zeigen Sie Ihrem Ansprechpartner, dass Sie sich über sein Unternehmen gründlich informiert haben und Ihre Arbeitskraft gerne für sein Unternehmen einsetzen würden.

Formulierungen für den Hauptteil

Aufgaben und Erfahrungen aus Ihrer aktuellen (bisherigen) Tätigkeit:

  • „In meiner jetzigen Tätigkeit als … (Berufsbezeichnung) bin ich für … (Aufgaben/Projekte) verantwortlich.“
  • „Als … habe ich die Bereiche … (Aufgabengebiete/Abteilungen) kennengelernt. Derzeit bin ich für … zuständig.“
  • „Bei meinem aktuellen Arbeitgeber betreue ich das Projekt … Hier machen mir … (Aufgaben/Tätigkeiten) besonders viel Freude.“
  • „In die Bereiche … habe ich mich bereits nach kurzer Zeit erfolgreich eingearbeitet.“
  • „Als Mitarbeiterin im Bereich … verfüge ich über einschlägige Erfahrungen in …“

 

Aufgaben und Tätigkeiten mit Bezug zur neuen Position:

  • „Praktische Erfahrungen im Bereich … (angestrebter Aufgabenbereich) konnte ich im Rahmen meiner … (Tätigkeit/Ausbildung) bei … (Unternehmen) erwerben.“
  • „Umfangreiche Kenntnisse im Bereich … können Sie von mir ebenso erwarten wie …“
  • „Aus meiner Berufspraxis sind mir … (angestrebte Tätigkeiten) bestens vertraut.“
  • „Meine Aufgaben als … ermöglichten es mir auch, umfassende Erfahrungen in den Bereichen … (angestrebte Tätigkeitsfelder) zu erwerben.“
  • „Erste Erfahrungen mit … (angestrebter Aufgabenbereich) konnte ich bei der … (Unternehmen) sammeln. Zu meinen Aufgaben gehörten hier …“
  • „Folgende Aufgaben habe ich bereits erfolgreich bearbeitet …“

 

Berufliche Entwicklung mit Bezug auf die neue Position:

  • „Vor meiner aktuellen Beschäftigung war ich als … tätig. Hier war ich für … zuständig.“
  • „Meine Ausbildung zum … habe ich bei der … (Firma) gemacht. An einer berufsbegleitenden Fortbildung zum … habe ich mit großem Erfolg teilgenommen.“
  • „Im Rahmen meiner Ausbildung zur … habe ich umfangreiche Einblicke in die Bereiche … gewinnen können.“
  • „Zusätzlich qualifiziert habe ich mich durch die Teilnahme an … (Training/Weiterbildung).“
  • „Der Schwerpunkt meines Hochschulstudiums lag im Bereich … „
  • „Bereits innerhalb meiner Magisterarbeit habe ich mich ausführlich mit … beschäftigt.“
  • „Ich bin … (Studien- oder Ausbildungsabschluss) und habe eine Zusatzqualifikation als … “

 

Persönliche Stärken und Fähigkeiten/berufliche Zielvorstellungen:

  • „Ich spreche verhandlungssicher … (Sprache) in Wort und Schrift und verfüge über Grundkenntnisse in … (Sprache).“
  • „Im Rahmen meiner verschiedenen Auslandsaufenthalte in den USA, habe ich sehr gute Englischkenntnisse erworben. Aus täglicher Anwendung sind mir … (Programmierung- und Technikkenntnisse, wie NC, CNC, SPS) ebenso vertraut wie die aktuellen MS-Office-Programme.“
  • „Ich spreche fließend … und habe mich in den Bereichen … (EDV- oder andere für die neue Position relevante Kenntnisse) ständig weitergebildet.“
  • „Eine Mitarbeit in Ihrem Unternehmen interessiert mich sehr, da … (zum Beispiel neue Verantwortungs- und Aufgabenbereiche).“

 

08 Eintrittstermin und Gehaltsvorstellung

Häufig werden Sie in den Stelleninseraten aufgefordert, Ihren frühestmöglichen Eintrittstermin zu nennen. Da Sie nicht wissen können, wann das Bewerbungsverfahren in Ihrem Wunsch-Unternehmen abgeschlossen ist, verweisen Sie am besten auf Ihre (gesetzlichen oder tarifvertraglichen) Kündigungsfristen. Falls Sie jedoch direkt anfangen können, kann es vorteilhaft sein, dass Sie auf Ihr „Plus“ im Anschreiben verweisen. Vielleicht hat Ihr Ansprechpartner aktuell eine sehr gute Auftragslage und sucht daher dringend neue Mitarbeiter.

Formulierungen für den Eintrittstermin

  • „Da ich zurzeit Mitarbeiterin einer Transfergesellschaft bin, kann ich Ihnen auch kurzfristig zur Verfügung stehen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Sie mich im Rahmen eines Praktikums näher kennenlernen.“
  • „Da ich zurzeit in ungekündigter Position tätig bin, richten sich meine Kündigungsfristen nach den üblichen gesetzlichen Bestimmungen.“
  • „Meine Kündigungsfrist beträgt vier Wochen zu, Ende eines Kalendermonats.“
  • „Ein optimaler Eintrittstermin wäre der …“
  • „Der früheste Eintrittstermin wäre der … „
  • „Ab dem … könnte ich auf jeden Fall für Sie tätig werden. In Absprache mit meinem aktuellen Arbeitgeber eventuell auch früher.“

 

Angaben zu Ihrem Gehaltswunsch sind immer noch ein heikles Thema. Deshalb gehen Sie im Anschreiben besser nur auf Ihre Gehaltsvorstellung ein, wenn Sie in der Anzeige ausdrücklich dazu aufgefordert werden. In diesem Fall müssen Sie aber auch eine Gehaltsangabe machen. Sätze wie „Auskünfte über meinen Gehaltswunsch gebe ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch“ sind wenig hilfreich. Damit riskieren Sie, dass Ihre Bewerbung nicht weiter berücksichtigt wird.

Wenn Sie sich für eine Position bewerben, die mit Ihrem aktuellen Arbeitsplatz vergleichbar ist, ist Ihr derzeitiges Bruttogehalt eine erste Orientierungsgröße. Kompliziert wird es häufig bei einem Orts- oder Branchenwechsel.

Informieren Sie sich daher immer über die branchenüblichen Gehälter.

Eine gute Übersicht zu Jobs und Branchen finden Sie im „ABC der Gehälter“ unter:

www.sueddeutsche.de/jobkarriere

Entsprechende Informationen bekommen Sie auch bei Arbeitgeberorganisationen, Gewerkschaften und der Bundesagentur für Arbeit.

Kostenpflichtige Gehaltsanalysen erhalten Sie unter:

www.geva-institut.de

www.personalmarkt.de

www.jobpilot.de

Bitte berücksichtigen Sie: Wenn Sie Ihren Marktwert kennen, können Sie auch Ihre Leistungen souverän verkaufen.

Wenn Ihre Tätigkeit - im Vergleich zu Ihrer aktuellen Position - einen höheren Verantwortungsbereich beinhaltet oder wenn Sie in der Hierarchie um eine Stufe aufrücken, sind Gehaltsaufschläge von etwa 15 bis 20 Prozent möglich. In die Überlegungen zu Ihrem Wunscheinkommen sollten aber auch andere Motive, wie Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten im neuen Unternehmen, einfließen. Bei vergleichbaren Positionen müssen derzeit viele Bewerber leider auch mit Abstrichen rechnen.

Ihre Gehaltsvorstellung können Sie entweder konkret formulieren oder Sie geben einen gewissen Spielraum an. Die untere Grenze der Verdienstspanne ist das Mindestgehalt, das Sie erzielen möchten. Der obere Wert kann etwa 10 bis 15 Prozent darüber liegen.

Generell gilt: Um Missverständnisse (wie 12 oder 13 Monatsgehälter) zu verhindern, geben Sie Ihre Gehaltsvorstellung am besten als Jahresbruttogehalt an.

 

Formulierungen zu Ihren Gehaltsvorstellungen

  • „Mein Gehaltswunsch beträgt Euro … p.a.“
  • „Ich stelle mir ein Brutto-Jahresgehalt von … Euro vor.“
  • „Meine Gehaltsvorstellung liegt im Bereich Euro … p.a.“
  • „Ich strebe ein Bruttogehalt von … bis … Euro pro Jahr an.“
  • „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei etwa … Euro p.a.“

p.a. = per anno (Jahresbruttoverdienst inkl. 13. + 14. Gehalt, Weihnachts- und Urlaubsgeld usw.)

 

Diskretionsvermerk/Sperrvermerk

Wenn Sie sich aus ungekündigter Position bewerben, ist ein Diskretionsvermerk angebracht, es sei denn, Ihr Arbeitgeber kennt Ihren Veränderungswunsch, akzeptiert ihn oder hat sich sogar als Referenz angeboten.

Außerdem: Ihre Wertigkeit steigt mit Ihrer nicht sofortigen Verfügbarkeit – ein Phänomen, das Marktgesetz ist: Eine Ware, die Lieferzeiten hat, ist keine billige Dutzendware, hat einen höheren Handelswert, man feilscht auch nicht um den Preis. Eine Verkaufspolitik, die Firmen wie BMW, Mercedes, Porsche oder die italienischen Sportwagenbauer mit Erfolg betreiben (bzw. betrieben haben).

Wie also stellen Sie es am geschicktesten an solch einen Diskretionsvermerk/Sperrvermerk freundlich in der Bewerbung zu verpacken?

Da Sie im Anschreiben darauf hinweisen, dass Sie in ungekündigter Position sind, müssen Sie nichts hinschreiben. Dies ist zwar keine Garantie, dass doch jemand bei Ihren derzeitigen Arbeitgeber anruft aber die Personaler wissen ganz genau wie heikel so eine Situation ist.

Sie könnten einem Diskretionsvermerk Nachdruck verleihen, indem Sie evtl. folgende Sätze verwenden:

„…Aufgrund von … möchte ich Ihnen meinen derzeitigen Arbeitgeber noch nicht nennen …“

„…bitte ich Sie diese Bewerbung vertraulich zu behandeln …„

 

Es gibt aber eine viel galantere Möglichkeit einen Anruf bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber zu umgehen.

In Ihrem Lebenslauf müssen Sie nicht Ihren aktuellen Arbeitgeber nennen.

Hier nennen Sie einfach nur ab wann Sie welche Tätigkeit in welcher Branche und in welchem Gebiet/Kreis Sie gerade ausführen.

 

Beispiel:

seit 06/2001

Großhändler Sanitärbereich im Rhein-Main-Gebiet
Tätigkeiten …

09 Schlussteil

Beenden Sie Ihr Bewerbungsschreiben freundlich und selbstbewusst. Eine Schlussformulierung wie „Es würde mich freuen, wenn Sie meine Bewerbung berücksichtigen könnten“ klingt eher schüchtern und kleinlaut. Das haben Sie nicht nötig. Schließlich haben Sie als erfahrener und qualifizierter Mitarbeiter Ihrem Ansprechpartner und dessen Firma einiges zu bieten.

 

Formulierungen für den Schlussteil

  • „Über Ihre Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freue ich mich.“
  • „Für ein persönliches Gespräch stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihre Einladung.“
  • „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch.“
  • „Haben meine Bewerbungsunterlagen Sie überzeugt? Dann stehe ich Ihnen gerne für ein Vorstellungsgespräch zur Verfügung.“
  • „Weitere Auskünfte gebe ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.“
  • „Ich freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Qualifikation zu überzeugen.“
  • „Für alle weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.“
  • „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich!“
  • „Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung!“
  • „Über ein persönliches Vorstellungsgespräch und eine spätere Tätigkeit in Ihrem Hause/Firma freue ich mich sehr!“
  • „Für ein persönliches Gespräch stehe ich Ihnen selbstverständlich (jederzeit/gern) zur Verfügung und freue mich auf eine mögliche Zusammenarbeit!“
  • „Ich freue mich, wenn Sie sich mit mir in Verbindung setzen, um weitergehende oder offen gebliebene Fragen zu klären.“
  • „Sind Sie interessiert? Ich freue mich, mich bei einem persönlichen Gespräch vorzustellen (vorstellen zu können)! Meine kompletten Unterlagen stelle ich Ihnen natürlich/selbstverständlich gern zur Verfügung.“
  • „Ich erwarte gespannt Ihre Antwort und freue mich über eine Einladung zu einem Gespräch.“
  • „Ein sofortiger Eintritt in Ihr Unternehmen ist möglich/ist für mich kein Problem. Zu einem persönlichen Gespräch stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.“
  • „Ich freue mich, wenn Sie mir die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch geben.“
  • „Ich freue mich, weitergehende Fragen im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs klären zu können.“
  • „Einem persönlichen Gespräch mit Ihnen sehe ich erwartungsvoll entgegen!“
  • „Ich freue mich auf ein Gespräch mit Ihnen!“
  • „Alles Weitere möchte ich gern in einem persönlichen Gespräch (mit Ihnen) erörtern.“
  • „Wir sollten miteinander sprechen. Für einen Vorstellungstermin stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Rufen Sie mich an, oder schreiben Sie mir. Ich freue mich darauf!“

 

10 Grußformel

Mit Formulierungen wie „Mit freundlichen Grüßen“, „Mit freundlichem Gruß“, „Freundliche Grüße“ oder „Beste Grüße“ liegen Sie immer richtig. Persönlichere Varianten wie „Mit freundlichen Grüßen aus dem sonnigen/regnerischen Göttingen“ oder „Herzliche Grüße und eine schöne Woche“ vermeiden Sie dagegen lieber. Sie können zwar durchaus individuell und sympathisch wirken; doch werden sie von einigen Personalentscheidern (noch?) als zu vertraulich bewertet. Auf Grußfloskeln wie „Hochachtungsvoll“ oder „Bis dahin verbleibe ich, Ihr …“ verzichten Sie besser ganz, denn sie gelten als antiquiert und werden daher nicht mehr verwendet.

 

11 Eigenhändige Unterschrift

Um dem Anschreiben eine weitere freundliche und persönliche Note zu geben, schlage ich Bewerbern vor, mit einem blauen Fineliner oder königsblauer Tinte zu unterschreiben. Eine Unterschrift in blauer Tinte wirkt zudem seriöser als mit einem Kugelschreiber in grüner oder roter Farbe. Vor- und Nachnamen sollten Sie möglichst leserlich ausschreiben. Wenn Sie mögen, können Sie Ihren Namen darunter gedruckt wiederholen.

 

12 Anlagenvermerk

Zum Schluss folgt ein Hinweis auf die Anlagen. In der Bewerbungsliteratur werden Sie häufig dazu aufgefordert, alle Anlagen, also Deckblatt, Lebenslauf, Zeugnisse etc., einzeln aufzuzählen (aus Platzgründen eventuell auch nebeneinander). Es ist allerdings völlig ausreichend, wenn Sie sich auf die Formulierung „Anlage“: Bewerbungsunterlagen“ oder „Anlage: Bewerbungsmappe“ beschränken.

Fazit: Ein gelungenes Anschreiben besticht durch seine individuelle Gestaltung in zweifacher Hinsicht: Zum einen macht es deutlich, dass sich der Bewerber intensiv mit den Schlüsselqualifikationen und Aufgabenbereichen des Stelleninserats auseinandergesetzt hat, zum anderen informiert es über die Persönlichkeit des Verfassers. Denken Sie daher daran, bei jedem Bewerbungsschreiben auf etwa fünf Kernanforderungen der Anzeige einzugehen und darzustellen, warum Sie für das konkrete Unternehmen von Nutzen sind. Dadurch vermeiden Sie bei Ihrem Ansprechpartner den Eindruck, dass Ihr Anschreiben bereits an mehrere andere Arbeitgeber adressiert wurde.

Tipp:

Da in unserem Land nahezu jeder Bereich des Berufslebens reglementiert ist, gibt es mittlerweile natürlich auch eine Norm für die Gestaltung von Geschäftsbriefen (die DIN 5008). Sie enthält genaue Empfehlungen zur äußeren Form und Gliederung von Texten. Allerdings hat sich diese Norm bei Bewerbungsschreiben bisher nur begrenzt durchgesetzt, sodass Sie Ihr Anschreiben wesentlich freier gestalten können. Falls Sie sich jedoch um eine Position im Sekretariatsbereich bewerben, achten Sie bitte auf die Einhaltung der Normvorgaben. Weiterführende Informationen zur DIN 5008 finden Sie auf der Website: www.tastschreiben.de

Bewerbung nach DIN 5008

Abstand von linker Blattkante

Abstand von rechter Blattkante

Zeilenabstand von oberer Blattkante

Absender

24,1 Millimeter

109,7 Millimeter

5. Zeile (16,9 Millimeter)

Empfänger

24,1 Millimeter

109,7 Millimeter

9. Zeile

Datum

176,5 Millimeter

8,1 Millimeter

21. Zeile

Betreff

24,1 Millimeter

-

24. Zeile

Anrede

24,1 Millimeter

-

27. Zeile

Text/Fließtext

24,1 Millimeter

8,1 Millimeter

29. Zeile

Aufzählungen/Einrückungen

49,5 Millimeter

8,1 Millimeter

 

Gruß

24,1 Millimeter

-

 

Anlagen

24,1 Millimeter

-

 

Millimeterangaben werden gerundet von Textverarbeitungsprogramme (MS-Office, etc.)
Das Empfängerfeld hat neun Zeilen.
Die erste Zeile des Empfängerfeldes kann als Absenderangabe in verkleinerter Schriftgröße verwendet werden.
Die erste tatsächliche Empfängerzeile ist die vierte im Empfängerfeld.
Leerzeilen im Empfängerfeld entfallen komplett.

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