»Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeit hat,

die im Moment gefragt ist.«
Henry Ford, amerikanischer Automobilbauer

 

Die Bewerbungsunterlagen

Die „Struktur der Bewerbung“ erfolgt nach logischen Gesetzmäßigkeiten. Der stumme Dialog, der über diese Struktur geführt wird, orientiert sich an psychologischen Erkenntnissen der Verkaufsrhetorik – sicher haben Sie schon mal von der AIDA-Formel gehört:

A – ttention (Aufmerksamkeit

I – nterest (Interesse)

D – esire (Verlangen)

A – ction (Handlung)

Dies ist eine in den Vereinigten Staaten entwickelte Formel, die vor etwa 90 Jahren nach Deutschland kam.

Attention = ich muss die Aufmerksamkeit des Lesers wecken,

Interest = ich muss ihn interessieren, fesseln,

Desire = ich muss in ihm den Wunsch wecken, mich kennenzulernen („Kauf“-Wunsch),

Action = ich muss die Aktion (hier: Einladung zum Gespräch) auslösen („Kauf“-Handlung).

 

Wie Sie sehen, ist es eine recht simple Formel – aber nicht minder wirkungsvoll! Bitte lesen Sie Ihr fertiges Bewerbungsschreiben unter dieser Maxime Korrektur – kann es den Leser interessieren?

Kann es – die erste Steigerung – den Wunsch wecken, Sie kennenzulernen? Kann es – die zweite Steigerung – eine Einladung zum Vorstellungsgespräch auslösen?

 

Bewerben heißt auch werben

Gerade in Zeiten konjunktureller Schwäche und hoher Arbeitslosigkeit ist die aussagekräftige und ansprechende Bewerbungsmappe eine echte Herausforderung. Die Personalabteilungen der sogenannten Dax-30-Unternehmen - also die Top-Adressen der deutschen Wirtschaft - erhalten jährlich mehrere 10.000 Bewerbungen. Aber auch bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen gehen zurzeit auf eine Stellenausschreibung etwa 400 Bewerbungsschreiben ein. Der Bewerbungsprozess wird daher mehr und mehr zur Fließbandarbeit.

Mit anderen Worten: Der Weg zu Ihrem Traumjob ist harte Arbeit. Dennoch bietet er auch Chancen. Hier können Sie deutlich machen. Dass Sie mit den formalen und inhaltlichen Anforderungen des Bewerbungsverfahrens vertraut sind. Durch professionell und informativ gestaltete Unterlagen bleiben Sie im Rennen um die begehrte Position.

Ihre Bewerbungsunterlagen sind die erste Arbeitsprobe für das Unternehmen. Ein erfahrener Personalbeauftragter entnimmt der schriftlichen Bewerbung wichtige Hinweise zu Ihrer Person und Ihrer Arbeitsleistung. Er erkennt, ob Sie in der Lage sind, die an Sie gestellten Anforderungen sorgfältig, erfolgreich und souverän zu bewältigen.

Machen Sie daher Ihre Bewerbungsmappe zum Verkaufsprospekt in eigener Sache. Unterbreiten Sie Ihrem zukünftigen Arbeitgeber ein Angebot, das er nicht ablehnen kann, indem Sie Ihre Persönlichkeit, Ihr Wissen und Ihre Arbeitskraft - prägnant und „kundenorientiert“ - bewerben. Auf diese Weise wird es Ihnen gelingen, Ihren Ansprechpartner davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, Sie näher kennenzulernen.

Darf’s denn etwas kreativer sein?

Aus den Erfahrungen mit Personalentscheidern der unterschiedlichsten Branchen weiß man, dass für die schriftliche Bewerbung generell gilt, dass die Unterlagen vollständig, ordentlich und informativ sein müssen. Einen Königsweg gibt es für das Bewerbungsverfahren jedoch nicht. Schließlich sind Personalmanager auch nur Menschen mit ganz individuellen Ansichten und Vorlieben.

Oft weisen Sie Bewerbungsratgeber auf kreative Elemente wie farbiges Papier, großformatige Fotos, auf das Unternehmen abgestimmte Verzierungen oder CD-ROMs zur Eigeninitiative hin. Dies alles soll dazu dienen, sich aus der Flut der Bewerbungen positiv abzuheben. Prinzipiell ist hiergegen natürlich nichts einzuwenden. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass Personalverantwortliche eher konservativ veranlagt sind.

Von Ihnen wird daher in erster Linie erwartet, dass die Bewerbungsmappe benutzerfreundlich und übersichtlich ist. Ausnahmen sind natürlich in den kreativ-gestalterischen Berufsfeldern wie Werbung, PR oder Mode denkbar und vielfach auch erwünscht. Allerdings machen Sie mit einer eher klassischen Präsentation auch hier nichts falsch. Wenn Sie sich dennoch für eine etwas auffälligere Bewerbungsvariante entscheiden, achten Sie bitte darauf, dass die formalen Standards stimmen (wie Vollständigkeit der Unterlagen, korrekte Absenderangaben …). Anderenfalls besteht auch bei einer ansonsten überzeugenden Kreativbewerbung die Gefahr, dass Ihre Mappe schnell wieder aus dem Rennen ist.

Was Sie alles brauchen

Um die hohe Anzahl an Bewerbungsschreiben in den Griff zu bekommen, werden gerade in größeren Betrieben die Unterlagen mehrmals gefiltert. In einem ersten Schritt beschäftigt man sich hier nur etwa 30 Sekunden mit dem einzelnen Bewerber. Geprüft werden: letzte Position, Abschluss, Alter und Vollständigkeit der Unterlagen. Auch hoch qualifizierte Bewerber scheitern häufig bereits an den formalen Tücken des Bewerbungsverfahrens. Tatsächlich erhalten nur 10 Prozent der Bewerber die begehrte Einladung für einen Termin zum Vorstellungsgespräch.

In den meisten Stellenanzeigen werden Sie aufgefordert, mit „vollständigen“, „kompletten“, „aussagekräftigen“ oder „den üblichen“ Unterlagen in das Bewerbungsrennen zu gehen. Nehmen Sie diese Angaben ernst, damit Ihre Bewerbung nicht bereits in der „ersten Runde“ scheitert.

Die vollständigen Unterlagen beinhalten:

  • Das persönliche Anschreiben,
  • Eventuell ein Deckblatt,
  • Das professionelle Bewerbungsfoto,
  • Den Lebenslauf,
  • Eventuell die Dritte Seite,
  • Zeugniskopien Ihrer bisherigen Arbeitsverhältnisse,
  • Gegebenenfalls Praktikumsbescheinigungen,
  • Berufsqualifizierende Zeugnisse in Kopie (Ausbildung und Hochschule),
  • Nachweise über Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen (zum Beispiel Seminare, Sprachkurse und Computerlehrgänge).

 

Das Wichtigste zuerst

1. Verwenden Sie hochwertiges Papier:

Weißes 90- bis 100-Gramm-Papier in guter Qualität wirkt edel und seriös. Mehr zum Thema “Papier bzw. unterschiedliche Papiersorten” bitte hier klicken.

Sogenanntes Glossy-Papier hat sich sehr gut für das Deckblatt bewährt. Mit einem hochwertigen und hochauflösenden Drucker können Sie das ins Deckblatt integrierte Bewerbungsfoto mit ausdrucken. Dieses Foto kann nur ein geschultes Auge von einem Normalabzugsfoto unterscheiden.

2. Nutzen Sie für Ihre Unterlagen einen guten Drucker:

Achten Sie auf eine hohe Qualität Ihrer Ausdrucke. Zerlaufende Tinte und ein uneinheitliches Druckbild sind ärgerlich.

3. Wählen Sie eine ansprechende Präsentation:

  • Benutzen Sie für Anschreiben und Lebenslauf nur eine Schriftart.
  • Achten Sie auf gute Lesbarkeit und Übersichtlichkeit, um den Leser eine schnelle erste Orientierung zu ermöglichen. Ihre Unterlagen sollten durch klare Gliederungen und optisch gut voneinander getrennte Absätze auffallen.
  • Eine gute Lesbarkeit erreichen Sie auch durch angemessene Seitenränder (links 2,5 bis 3 und rechts 2 Zentimeter).
  • Wählen Sie einen angenehmen und klaren Schrifttyp wie Times New Roman, Arial oder Courier. Die Schriftgröße beträgt mindestens 11 Punkt. Vermeiden Sie exotische und verspielte Schriften.
  • Verwenden Sie Stilmittel und Akzente wie Kursiv- und Fettschrift eher sparsam. Der Umfang Ihrer Kreativität orientiert sich an der Branche und der angestrebten Position.

4. Rechtschreibfehler und andere Fettnäpfchen sind tabu:

  • Schreib- und Tippfehler sind immer eine negative Arbeitsprobe. Wer in seinen eigenen Angelegenheiten schludrig vorgeht, hinterlässt schnell den Eindruck, dass er auch bei anderen wenig Sorgfalt an den Tag legt. Verlassen Sie sich daher nicht auf die Rechtschreibhilfe Ihres PCs, sondern lassen Sie zumindest eine Person Korrektur lesen („Vieraugenprinzip“).
  • Entscheiden Sie sich für die neue Rechtschreibung: Auch wenn hier noch viel Verwirrung herrscht, haben doch die meisten Firmen bereits auf die neue Schreibweise umgestellt.
  • Verbessern Sie nicht in Ihren Unterlagen (bitte keine Korrekturen mit Tipp-Ex!).
  • Verwenden Sie immer neue Fotokopien. Manchen Bewerbungen sieht man an, dass sie bereits eine weite Reise hinter sich haben. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine Absage erhalten.
  • Eselsohren, Kaffeeflecken, fehlende Unterlagen oder eine „Lose-Blatt-Sammlung“ sind nicht dazu geeignet, positiv aufzufallen und den Personalverantwortlichen zum Weiterlesen zu bewegen.
  • Für viele Personalrecruiter ist die dreiseitige Mappe unhandlich.
  • Kein Personalchef will Schnellhefter auf seinem Tisch.
  • Klarsichthüllen spiegeln im Bürolicht und sind veraltet.
  • Bewerber sollten aufs Rauchen verzichten. Der Geruch bleibt an der Mappe haften und Asche kann das Papier verschmutzen. Vor allem Schokolade hinterlässt leicht Flecken. Bewerbungen schreiben und gleichzeitig essen geht nur selten gut.
  • Eine fleckige Mappe klappt jeder Personalchef sofort wieder zu.
  • Schlampige Bewerbungen werden mit schlampigem Arbeitsstil gleichgesetzt.
  • Bewerbungen auf Butterbrotpapier landen im Mülleimer.

 

Die Reihenfolge der Unterlagen

1. Das Anschreiben
Legen Sie dieses Dokument nur locker auf die Mappe oder (besser) lose unter den Mappendeckel. Das Anschreiben bleibt üblicherweise in der Personalabteilung, während die Mappe an andere Entscheidungsträger weitergeleitet wird. Außerdem haben Sie Anspruch darauf, im Fall einer Absage, die Mappe (ohne Anschreiben) zurückzuerhalten. Mit lose eingelegten Anschreiben erleichtern Sie Ihrem Ansprechpartner also seine Arbeit.

2. Dahinter folgt - abgeheftet - eventuell ein Deckblatt.

3. Weiter geht es mit dem Lebenslauf.

4.  Eine Extraseite mit Ihrer Selbstbeschreibung ist wiederum Geschmackssache. Personalbeauftragte sprechen hier von der Dritten Seite der Bewerbung.

5. Wenn Sie Berufserfahrung besitzen, dann ordnen Sie Arbeitszeugnisse und Nachweise über Praktika vor den sonstigen Leistungsnachweisen und den Ausbildungsabschlüssen ein. Ordnen Sie Ihre Arbeitszeugnisse in zeitlicher Abfolge. Beginnen Sie mit den aktuellen Belegen, und gehen Sie dann chronologisch zurück.

6. Fügen Sie nun Zertifikate über Weiterbildungen an. Dies können firmeninterne Seminare, aber auch Fortbildungsmaßnahmen wie eine Zusatzausbildung sein. Für Bewerbungen in der Wissenschaft kann eine Liste der Veröffentlichungen entscheidend sein.

7. Unten in der Mappe liegen Ihre berufsqualifizierenden Abschlüsse (etwa ein Facharbeiterbrief oder ein Hochschulabschluss). Als Bewerber mit langjähriger Berufserfahrung können Sie Schulabschlüsse weglassen. Praktikumsnachweise aus der Zeit des Studiums können Sie Ihren Hochschulabschluss zufügen.

8. Sonstige Unterlagen
Arbeitsproben legen Sie Ihrer Mappe generell nur dann bei, wenn diese Unterlagen ausdrücklich gewünscht werden. Gleiches gilt selbstverständlich auch für ein polizeiliches Führungszeugnis oder Gesundheitszeugnis.

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