Varianten der Stellensuche

Nur noch etwa 30 Prozent der offenen Stellen werden über öffentliche Stellenanzeigen oder Internetjobbörsen vergeben. Viel mehr können Sie inzwischen durch andere Suchstrategien (etwa gezieltes Netzwerken) erreichen.

Nutzen Sie die Stellenbörsen als einen Weg der Jobsuche und entwickeln Sie parallel dazu ein Strategiepaket, das Ihrer Persönlichkeit entspricht. Richten Sie Art Ihrer Suche auch nach den Gepflogenheiten der gewünschten Branche und Position aus.

Firmen finden Arbeiter

Normalerweise bewirbt man sich beim Arbeitgeber für einen Job - nicht so bei Yourcha. Über die Webseite sprechen Unternehmen mit konkreten Stellenangeboten bei Arbeitnehmern vor. Dazu müssen sich diese auf der Seite registrieren und ihre beruflichen Qualifikationen hinterlegen. Über eine Datenbank finden Arbeitgeber dann den passenden Kandidaten.

TIPP: Um beim Gehaltswunsch für den künftigen Job nicht völlig daneben zu liegen, nutzen Sie den Gehaltsmonitor der Seite.

Die Personaldienstleister

Suchen Sie möglichst den Kontakt zu Personaldienstleistern. Gute Headhunter haben sich in der Regel auf bestimmte Branchen spezialisiert und suchen mit profundem Hintergrundwissen den geeigneten Kandidaten für die entsprechende Position. Sie vermitteln hauptsächlich Fach- und Führungskräfte, einige werden aber auch schon in niedrigeren Gehaltsklassen aktiv. Adressen von Personaldienstleistern und Headhuntern finden Sie unter www.rekruter.de oder kostenpflichtig unter www.consultants.de

Die Zeitarbeitsfirmen

Zeitarbeit kann durchaus eine gute Chance für den Einstieg in den Job bieten, da sich hierdurch Möglichkeiten eröffnen, unterschiedliche Unternehmen kennenzulernen. Aber auch durch die niedrigeren Einstiegsgehälter, die sich an jeweiligen Tarifen orientieren, kann eine Anstellung bei einer Zeitarbeitsfirma der erste Schritt zur Festanstellung sein.

Immer öfter stellen Unternehmen im kaufmännischen Bereich sowie in der Produktion nur noch über Zeitarbeit ein, allerdings mit der Option auf eine langfristige Übernahme nach drei bis sechs Monaten. Sprechen Sie daher mit den großen Anbietern vor Ort, und erkundigen Sie sich, ob es sich um eine reine Arbeitnehmerüberlassung handelt oder auch die Möglichkeit einer Festanstellung besteht.

Das Internet

Das Internet bietet inzwischen eine kaum noch überschaubare Auswahl an Jobbörsen.

Um Kosten zu sparen, suchen zahlreiche Unternehmen nur noch über ihre eigenen Web-Sites. Besuchen Sie deshalb die Seiten der Unternehmen, die Sie interessieren. Neben ausgeschriebenen offenen Stellen finden Sie dort zum Beispiel auch Ankündigungen zu unternehmenseigenen Veranstaltungen, Messen oder Berufseinsteigerprogrammen.

Jobfalle Internet

Auch Personalberater nutzen das Internet. Denn Sie wissen, wie schnell und einfach sie dort Infos über Job-Kandidaten finden können. Mittlerweile nutzt über ein Viertel der Personaler das Internet, um Bewerber zu überprüfen. Das ergab eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) bei mehr als 300 Personalberatern.

Die üblichen Abfragen:

  • Gibt es Dinge, die gegen eine fachliche und persönliche Eignung eines Bewerbers sprechen?
  • Stimmen die Referenzen, und was macht der Kandidat in der Freizeit?

Finden sie etwas Negatives, ist das oft das Ende der Bewerbung. Jeder vierte Personaler, der das Internet nutzt, hat einen Kandidaten deshalb schon abgelehnt, so die Studie.

Internetsuche bei Verdacht

„Zur Abrundung des Bildes“ wird im Internet nachgeschaut. Das macht ein Berater aber nur, wenn er „so ein Bauchgefühl“ hat, wenn „der Lebenslauf reingewaschen wirkt“. Ein seriöser Berater geht „sensibel und vorsichtig“ mit Informationen aus dem Internet um. „Schließlich gibt es dort viele Halbwahrheiten und Selbstdarsteller“.

Vorstellungsgespräch mit Internet-Infos

Tatsächlich kann das Internet die Chance auf den Traumjob zunichtemachen. Viele Arbeitgeber treffen zwar noch anhand der Bewerbungsmappen eine Vorauswahl. Dann folgt aber oft eine Namenssuche im Internet. Selbst die Abteilungsleiter oder Chefs greifen selbst zur Tastatur. Dabei fällt schon mal der eine oder andere Bewerber durchs Raster.

Manchmal sprechen die Chefs Internetfunde in den Vorstellungsgesprächen an. Wer zum Beispiel Mitglied in einem Karrierenetzwerk wie Xing ist, muss sich nicht wundern, wenn dazu kritische Stimmen kommen.

Die wachsende Bedeutung im Personalbereich bestätigt sich Tag für Tag. „Die Bewerber-Recherche im Internet wird sich in den nächsten Jahren stark entwickeln“. Die Berater und Mitarbeiter in den Personalabteilungen werden jünger, sind mit dem Internet aufgewachsen und wüssten genau, wo und wie sie etwas finden. Damit das Internet deshalb nicht zur Jobfalle wird, muss sich jeder genau überlegen, wo er Infos über sich preisgibt. Die zentrale Frage bei allen Aktivitäten im Netz sollte deshalb sein: „Will ich wirklich, dass auch andere das wissen können?“

Das Internet vergisst nichts!

Ich mache heute blau und geh schon mittags von der Arbeit nach Hause. Ein solcher Eintrag in Facebook und Co. Kann Folgen haben. Eine Kündigung ist dem Angestellten jedensfalls sicher, sofern sein Chef diesen Eintrag findet. Solche Einträge sind ein Einzelfall meinen Sie? Weit gefehlt.
Unter
www.socialfail.de finden sich jede Menge davon. Offensichtlich sind viele Internet-Benutzer sehr freigiebig und ausgesprochen blauäugig beim Umgang mit ihren persönlichen Daten – und das kann sich rächen.

Nutzen Personalchefs das Internet?

Natürlich. Laut einer von der Bundesregierung beim Dimap-Institut in Auftrag gegebenen Untersuchung setzten bereits im Jahr 2009 mehr als ein Viertel – genauer gesagt 28 Prozent – der Personalchefs das Internet ein, um sich ein besseres Bild von einem Bewerber zu machen. Hobbys, Meinungsäußerungen, private Vorlieben usw. stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses.

Dank der intensiven Nutzung der sozialen Netzwerke ist es für sie kinderleicht, eine entsprechende Recherche durchzuführen. Vorteil für die Personaler: Sie bekommen ein relativ unverfälschtes Bild, welches das Bewerbungsschreiben ergänzt – und zwar positiv oder eben auch negativ. Wer sich also im Internet kräftig daneben benimmt, muss sich nicht wundern, wenn er nicht oder kaum mehr zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird.

Wie können Daten über mich gefälscht werden?

Im Internet gibt es unzählige Fälschungen. Verstoßene Ex-Freundinnen und Ex-Freunde rächen sich beispielsweise gerne indem sie gefälschte Fotos oder Meinungsäußerungen ins Netz stellen. Da wird schon mal der Kopf der Ex in ein Pornobild montiert. Oder man findet sich (mit Bild) und richtigem Namen plötzlich in entsprechenden Foren, wo man sich beispielsweise unfreiwillig als bekennender Nationalist oder Homosexuellen-Hasser outet. Ein Hinweis an den Arbeitgeber kann hier bereits für viel Ärger sorgen, vor allem wenn es sich nicht um einen einzelnen Eintrag, sondern um eine ganze Serie von Einträgen handelt.

Das Problem dabei: Derartige Fälschungen – egal ob auf Fotos oder als Meinungen im Internet – sind kaum als solche zu erkennen. Man muss für eine entsprechende Bild-Manipulation nicht einmal besonders versiert im Umgang mit einem Bild-Bearbeitungsprogramm sein. Ein weiteres Problem: Die betroffene Person muss erst einmal selber wissen, dass von ihr oder ihm gefälschte Fotos oder Texte im Internet kursieren, um überhaupt etwas dagegen unternehmen zu können.

Es gibt mittlerweile sogar einen Begriff hierfür, nämlich Cybermobbing. Dabei werden die Opfer mithilfe elektronischer Medien beleidigt, bloßgestellt und bedroht. Solche Belästigungen und Attacken können in sozialen Netzwerken, etwa in „Facebook“, per E-Mail, Handy oder in Internet-Chaträumen geschehen, indem beispielsweise peinliches Bildmaterial veröffentlicht oder beleidigende Gerüchte über Sie verbreitet werden. Besonders betroffen sind hiervon Kinder und Jugendliche, da bei Ihnen die Nutzung entsprechender Medien weit verbreitet ist. Leicht gemacht wird es den Tätern durch die Anonymität des Internets. Die Reaktionen der Kinder können sehr unterschiedlich sein. Einige sind eingeschüchtert, beteiligen sich nicht mehr am Schulunterricht und ziehen sich zurück, um keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Andere Kinder reagieren aggressiv oder werden krank. Tipp: Die unter anderem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufene Initiative „Schau hin!“ rät Eltern, das Thema Cybermobbing und dessen Wirkung aktiv mit ihren Kindern zu besprechen und ihnen zu zeigen, wie sie durch einen sorgfältigen Umgang mit ihren persönlichen Daten solchen Angriffen vorbeugen können. Auf der Internet-Seite „schau-hin.info“ gibt es noch weitere Hinweise und Tipps.

Was ist über mich im Internet gespeichert?

Die einfachste Möglichkeit herauszufinden, was über Sie im Internet gespeichert ist, ist die Verwendung von Personen-Suchmaschinen. Die bekanntesten und hierzulande am häufigsten genutzten sind „Yasni“ (www.yasni.de) und 123 people (www.123people.de). Diese speziellen Suchmaschinen liefern nach Eingabe des Namens eine Zusammenstellung von Daten, die über Personen im Internet zu finden sind. Wobei die Möglichkeit besteht, die Suche auf bestimmte Länder und Regionen zu beschränken. Das macht vor allem Sinn, wenn man nach jemanden sucht, der einen Allerweltsnamen hat. Die zusammengestellten Informationen können beispielsweise Einträge im Telefonbuch, Fotos aus sozialen Netzwerken á la „Facebook“ oder „Stayfriends“ sein genauso, wie Einträge in Foren oder Lebensläufe die Sie im Internet irgendwo hinterlegt haben.

Wenn ich nichts finde, ist dann alles OK?

Nicht unbedingt, denn die Personen-Suchmaschinen erfassen nur einen kleinen teil des Internets. Was sonst so an manipulierten Bildern und Aussagen im Netz zu finden ist, lässt sich kaum überblicken. So gibt es beispielsweise diverse zwielichtige Bilder-Tauschforen und Bild-Datenbanken zum Austausch von Pornobildern im Internet. Hier finden sich auch unzählige Amateurfotos von Frauen mit der Aufforderung, diese zu fälschen („faken“). Also beispielsweise die Köpfe aus dem Originalfotos herauszukopieren und sie in Pornobilder zu kopieren. Und so gibt es zahlreiche manipulierte Fotos von Frauen im Internet, von denen die Frauen nichts wissen. Natürlich gibt es auch Fakes mit Männern, aber bei weitem nicht so viele.

Die Seite „rottenneighbor.com“ (inzwischen aus Deutschland nicht mehr erreichbar) sorgte vor einigen Monaten für Aufsehen. Die Internet-Seite bot die Möglichkeit an, über Nachbarn im Internet „abzulästern“ und sie „anzuschwärzen“. Und zwar so, dass es jeder lesen konnte, der sich dafür interessierte. Auch auf diese Weise können Daten ins Netz gelangen, von denen man selber gar nichts weiß. Wie dramatisch ein Rufmord im Internet sein kann, zeigt das Beispiel eines Anwalts, der unter www.rufmordopfer.com (Website gibt es leider nicht mehr) seinen Fall schilderte.

Wie kann ich meine Fotos löschen lassen?

Sie können den Betreiber einer Internet-Seite auffordern, Fotos der eigenen Person aus dem Netz zu nehmen, wenn er keine Rechte hat, diese zu veröffentlichen. Das Problem dabei: Jeder Internet-Benutzer kann bis zur Löschung Ihres Bildes das Bild auf seine Festplatte kopieren und dann etwa wieder an einer anderen Stelle ins Internet einfügen. So kann Ihr Foto schnell auf Hunderten von Internet-Seiten landen.

Es gibt Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, nach negativen Bildern und Meinungsäußerungen zu suchen und diese zu löschen oder löschen zu lassen. „Reputation defender“ (www.reputation-defender.de) ist beispielsweise eine solche Firma, die versucht, den „Guten Ruf“ ihrer Kunden im Internet wieder herzustellen.

Welche Infos gibt es denn noch über mich?

Wahrscheinlich eine ganze Menge. Bald etwa kann man im Internet sehen, wo sie wohnen. Der umstrittene Dienst „Google Street View“ liefert nämlich Bilder von kompletten Straßenzügen und den dort vorzufindenden Häusern. Dabei hat Google sogar während der Fahrt mit den Kamera-Autos auch noch nach WLAN-Nutzerdaten (SSID-Daten) gesucht und diese gespeichert. Die Bilder von den Häusern werden über kurz oder lang verfügbar sein, außer Sie nutzen die Möglichkeit, dagegen zu widersprechen.

Ihre Adress- und Kontaktdaten können aber auch auf ganz anderen Wegen im Internet landen. So gibt es eine Software („App“) von Facebook für das iPhone, das nach dem Synchronisieren sämtliche Kontakte in Facebook ablegt – und zwar mit allen Adressdaten, sodass Facebook damit auch die Adress- und Kontaktdaten von Nichtmitgliedern zur Verfügung stehen. Wenn also ein Bekannter von Ihnen bei Facebook angemeldet ist und dieses App nutzt, kann so Ihre Adresse bei Facebook und im Internet landen. Vorausgesetzt Ihr Freund hat Ihre Adresse auf seinem PC oder in seinem iPhone gespeichert. „Bei einer Zahl von mehreren Millionen Facebook-Mitgliedern allein in Deutschland ist dies eine beunruhigende Vorstellung“.

Wo sollte ich besonders vorsichtig sein?

Die kombiniert Auswertung von Daten ist es, die problematisch ist. Wer beispielsweise in Facebook schreibt, wie toll es im Urlaub ist, wie sauber der Strand und wie gut das Essen ist, der schreibt auch einem potenziellen Einbrecher, dass er gerade nicht zu Hause ist. Ein Klick in eine Personen-Suchmaschine genügt, und der Einbrecher kann sich ein Bild von der Person und unter Umständen auch von deren Lebens- und Einkommenssituation machen. Und dank „Google Street View“ und anderen Straßen-Diensten ist es dann für den Einbrecher ein Leichtes, sich die Wohngegend des Urlaubers anzusehen.

Und genau wie im Beispiel mit dem Urlaub und dem Einbrecher, suchen auch Personaler nach ihren Daten im Internet.

Richtig recherchieren im Internet

Auch Google & Co. haben ihre Grenzen

Wer online Informationen sucht, benutzt häufig eine Suchmaschine. Die ist in der Regel leicht zu bedienen und zeigt alles an, was sie im Internet finden kann. Doch ganz so einfach ist es nicht. Experten weisen auf die Grenzen von Suchmaschinen selbst bei richtiger Benutzung hin. Zudem ermuntern sie dazu, auch Newsgroups, Mailinglisten oder Themenportale in die Suche einzubeziehen oder eine spezialisierte Suchmaschine auszuprobieren.

Christiane Pusch, die Seminare zur Internetnutzung gibt, bedauert, dass die meisten Web-Nutzer ihrer Erfahrung nach meist nur eine Lieblingssuchmaschine verwenden. "Es lohnt sich, einmal etwas anderes auszuprobieren," sagt die Medienwissenschaftlerin und -pädagogin aus Frankfurt. Am Anfang jeder Recherche sollte dabei ein Plan stehen: Der Anwender sollte sich genau überlegen, was er eigentlich sucht, welche Recherchemöglichkeiten er hat und in welcher Reihenfolge er am besten vorgeht. "Diese Liste sollte man nach und nach abarbeiten und die Ergebnisse schriftlich festhalten." Ein solcher Rechercheplan sei gerade für Internet-Anfänger bei umfangreichen Suchen hilfreich.

Vielen Nutzern ist laut Pusch zum Beispiel nicht klar, dass bei der sehr häufig verwendeten Suchmaschine Google nicht die Ergebnisse zuerst erscheinen, die am besten zur Suchanfrage passen. Vielmehr stehen jene Seiten ganz oben, die am häufigsten verlinkt sind und am meisten angeklickt werden.

Auf die richtigen Suchbegriffe kommt es an

Voraussetzung für die erfolgreiche Recherche per Suchmaschine ist in jedem Fall die richtige Eingabe der Suchbegriffe. Laut Stephan Lamprecht aus Ahrensburg bei Hamburg, Autor des Ratgebers "Professionelle Recherche im Internet", gelten folgende Regeln für alle gängigen Suchmaschinen: Bei der Eingabe mehrerer Wörter ohne Verknüpfung werden auch Ergebnisse ausgegeben, die nur einen der Suchbegriffe enthalten. Wer nur Ergebnisse wünscht, in denen alle Suchbegriffe enthalten sind, sollte ein Plus-Zeichen direkt vor die Begriffe setzen und keine Leerzeichen verwenden.

Klaus Patzwaldt aus Berlin betreibt das Webportal @-web, das unter anderem Informationen zu Technologien von Suchdiensten und Recherche-Werkzeugen anbietet. Patzwaldt empfiehlt Recherche-Anfängern, für detaillierte Suchanfragen die Eingabemaske der «Erweiterten Suche» zu nutzen. "Dort muss man die Operatoren, also die Verbindungstricks bei der Suche, nicht kennen." Patzwald rät außerdem zu sogenannten Metasuchmaschinen wie Metager. Diese durchsuchen die Ergebnisse vieler einzelner Suchmaschinen und fassen sie dann zusammen.

Die Experten weisen jedoch auf die Grenzen von Suchmaschinen hin: "Selbst die beste Suchmaschine kennt nicht das ganze Internet," sagt Patzwald. "Zum so genannten unsichtbaren Web gehören Datenbanken zum Beispiel von Jobbörsen sowie alles, was nicht auf Text basiert, wie Pläne und Fotos." Diese Informationen seien für Suchmaschinen unsichtbar und nur von der dazugehörigen Website aus zugänglich.

Auch andere Verzeichnisse, Mailinglisten und Newsgroups helfen

Neben Suchmaschinen können auch redaktionell betreute Verzeichnisse wie Yahoo oder Web.de hilfreiche Informationen liefern. Das gilt auch für thematisch spezialisierte Portale, Mailinglisten und Newsgroups. Wer zum Beispiel Informationen zu einer noch wenig erforschten Krebserkrankung sucht, könnte Lamprecht zufolge folgende Recherchestationen einplanen: Suchmaschine, ein Portal für Krebserkrankungen und Online-Archive medizinischer Fachzeitschriften.

Lamprecht und Patzwald zufolge sollten auch Newsgroups bei der Recherche nicht vernachlässigt werden: "Es gibt Newsgroups zu fast allen Themen," sagt Lamprecht. "Dort kann sich jeder ohne vorherige Anmeldung mit anderen austauschen." Bei Mailinglisten hingegen müsse sich der Nutzer anmelden. Mailinglisten sind nach Ansicht der Experten eher etwas für langfristige Recherchen.

Patzwald rät auch, auf Internetseiten zu gehen, auf denen sich Nutzer als Experten für Wissensbereiche anbieten. Dazu gehören zum Beispiel www.wer-weiss-was.de und www.askmehelpdesk.com . "Um festzustellen, ob die Auskünfte des jeweiligen Experten etwas taugen, sollte man sich Reaktionen auf seine Antworten ansehen," so Patzwald. Einen ersten Überblick zu einem Thema verschaffen Webtouren wie www.netzpiloten.de sowie sogenannte Webringe (www.webring.de).

Wie irreführend selbst gute Suchmaschinen wie Google bei der Recherche nach Fachinformationen sind, zeigt Christiane Puschs Erfahrung: "Es passiert mir dauernd, dass ich Fachwörter in Google eingebe und die Maschine mich korrigiert und das Wort in ein anderes umwandelt. So läuft die Recherche schnell in falsche Bahnen."

Quelle: dpa / Björn Brodersen.

Die Nachschlagewerke

Geeignete Unternehmen finden Sie beispielsweise über Branchenbücher, Gelbe Seiten, Wer liefert was?, Hoppenstedt, Adressbuch Wirtschaft, Handbuch der Großunternehmen. Die Auflistungen von Behörden und Verbänden lassen sich sämtlich im Oeckl, dem Taschenbuch des öffentlichen Lebens, nachlesen. Da die Anschaffung dieser Nachschlagewerke sehr kostspielig ist, leihen Sie diese am besten in einer öffentlichen Bibliothek aus.

Die Printmedien

Tageszeitungen und Zeitschriften bieten Ihnen zweierlei:

Einmal berichten sie aktuell über das derzeitige Wirtschaftsgeschehen, Sie erhalten Informationen über Neugründungen, Expansionen oder aber Fusionen. Wichtige Unternehmensvertreter äußern sich zu Themen wie Planung und Wachstum.

Zum anderen finden Sie im Anzeigenteil die von dem Unternehmen offen ausgeschriebenen Stellenangebote. Positionen für leitende Angestellte in großen und internationalen Unternehmen werden hauptsächlich in überregionalen Tageszeitungen wie der FAZ, der Welt und der Süddeutschen Zeitung publiziert. Stellenangebote aus dem Lehr- und Forschungsbereich werden in der Regel in der Zeit veröffentlicht, regionale Stellenanzeigen dagegen in den Wochenendausgaben der örtlich ansässigen Tageszeitungen.

Auch wöchentlich oder monatlich erscheinende Wirtschaftsmagazine sowie Fachzeitschriften beinhalten häufig die Rubrik Stellenanzeigen.

Für eigene Stellengesuche fragen Sie sich: „Wer liefert was?“ Auch hier gibt es fast unzählige Möglichkeiten. Vor allem über Publikationen der Handwerkskammern, IHK, Verbände, Gewerkschaften oder Stadtmagazine lassen sich die gewünschten Zielgruppen gut erreichen.

Chiffre-Anzeigen

Bei einer Chiffre-Anzeige ist man als Bewerber in der ungünstigen Situation, dass man nicht weiß, bei welcher Firma man sich überhaupt bewirbt. Gegenüber Chiffre-Anzeigen haben viele Bewerber ein durchaus berechtigtes Misstrauen: Eine Reihe von Anzeigen sind unseriös, und es passiert häufig, dass die Unterlagen gar nicht oder erst nach monatelangem Warten in zerfleddertem Zustand zurückgesandt werden. Außerdem besteht das Risiko, dass man sich bei seinem derzeitigen Arbeitgeber bewirbt, was peinlich sein kann.

Man sollte Chiffre-Anzeigen allerdings nicht pauschal übergehen. Denn es gibt für die Personalsuche über Chiffre-Anzeige auch plausible und seriöse Gründe:

  • Die eigene Personalabteilung wird entlastet, da telefonische Nachfragen nicht möglich sind.
  • Man möchte der Konkurrenz keinen Aufschluss über die Personalpolitik geben.
  • Das Unternehmen hat ein schlechtes Image, z. B. aufgrund von Entlassungen, Umweltskandalen, laufenden Gerichtsverfahren.
  • Der neue Mitarbeiter soll einen anderen ersetzen.

Sie sollten Chiffre-Anzeigen auf jeden Fall immer kritisch prüfen. Besonders vorsichtig sollten Sie bei Chiffre-Anzeigen im Kleinformat sein, die mit unrealistisch hohen Gehaltsversprechungen locken, wobei aber die Angaben zu den Tätigkeiten nur sehr spärlich sind oder ganz fehlen. Lassen Sie lieber die Finger von solchen Angeboten.

Wenn Sie sich auf eine Chiffre-Anzeige bewerben, müssen Sie Ihre Unterlagen an die Zeitung zur Weiterleitung an den Stellenanbieter schicken. Ein kurzes Anschreiben, das Ihr Interesse zeigt, und ein tabellarischer Lebenslauf reichen als Bewerbungsunterlagen fürs Erste aus. Dabei gehört die Chiffrenummer in den Betreff des Anschreibens und auf den Umschlag. Das Anschreiben muss natürlich alles enthalten, was den Empfänger veranlassen könnte, die vollständigen Unterlagen anzufordern.

Stecken Sie die Bewerbungsunterlagen (Anschreiben und Lebenslauf) in einen ersten Umschlag, und verschließen Sie ihn. Schreiben Sie darauf deutlich die Chiffrenummer. Legen Sie diesen Umschlag dann in einen größeren Umschlag, den Sie - ohne Angabe der Chiffrenummer - an die Anzeigenabteilung der Zeitung schicken. Dort wird der größere Umschlag geöffnet und der kleinere Umschlag, auf dem nur die Chiffrenummer steht, an den Stellenanbieter weitergeleitet. Soll die Bewerbung an bestimmte Firmen nicht weitergeleitet werden, können Sie der Bewerbung ein kurzes Begleitschreiben mit einem Sperrvermerk beilegen.

Muster eines Sperrvermerks

Absender

Sperrvermerk zu Chiffre ……

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte leiten Sie die beigefügten Unterlagen nicht an folgende Firmen weiter:

1. ……………………………...............................................................................................................……………..

2. ……………………………………...............................................................................................................……..

3. ……………………………...............................................................................................................……………..

 

In diesem Fall wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir die Unterlagen zurücksenden würden.

Vielen Dank

Mit freundlichem Gruß

 

Diskretions- und Sperrvermerke werden von Personalberatern streng beachtet. Sie können also offen mit ihnen reden.

Das Stellengesuch

Das Stellengesuch ist eine eigene Werbeanzeige und somit eine Initiativbewerbung, mit der Sie gleichzeitig viele Arbeitgeber in einem bestimmten Umkreis (bzw. Leserkreis) ansprechen können.

Vorteile: Schnelle Reaktionen von Interessenten, große Streuung und wenig Mitbewerber.

Nachteile: Hohe Kosten und oft viele falsche und unseriöse Angebote, kurze Beachtungsfrist.

Für ein gutes Stellengesuch ist Folgendes zu beachten:

Zeitpunkt, Ort und Form

Nicht unbedingt in den Hauptferienzeiten (Juli oder August) und nicht an wichtigen Feiertagen (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) inserieren. Die Größe nach (z. B. Kleinanzeige) je nach Qualifikation entscheiden und auch, ob es sich in einer lokalen oder überregionalen Tages- oder Wochenzeitung lohnt oder vielleicht sogar in einem Fachblatt.

Formale Anforderungen an den Text

Schreiben Sie kurz und sachlich, gliedern Sie den Text übersichtlich und leicht lesbar. Verwenden Sie keine Abkürzungen, Grafiken, Allerweltsbegriffe und Schlagwörter wie „Allround-Kraft“ oder „reife Persönlichkeit“. Unklare Formulierungen (z. B. „… für geeignete Aufgaben“) und Mitleidsappelle („Wo finde ich…?“, „Wer gibt mir…?“) vermeiden. Die wichtigsten Aussagen hervorheben (Beruf, angestrebte Position).

Inhaltlich lässt sich das Stellengesuch in vier Abschnitte unterteilen:

Wer bin ich?

Berufsbezeichnung, Alter

Was kann ich bieten?

Kenntnisse, Erfahrungen, Fähigkeiten, Qualifikationsschwerpunkte, Berufspraxis (mit Zeitangabe)

Was will ich?

Angestrebte Position, Arbeitsbereich

Was suche ich?

Aufgaben, Wunschfunktion

 

 

Bitte um Zuschriften:

Interesse und Motivation (Herausforderung) ggf. unter Chiffre inserieren

Reaktionen auf das Stellengesuch

Wenn Sie keine Antwort bekommen, überprüfen Sie Ihr Stellengesuch. Zeitpunkt, Ort und Arbeitsmarktlage können für die angebotene Leistung falsch gewählt gewesen sein. Bei über- oder unterqualifizierten Angeboten überprüfen Sie die Verständlichkeit des Stellengesuches. Werden gänzlich falsche Stellen angeboten (z. B. Versicherung statt Bürotätigkeit), dann bleibt für Sie die Möglichkeit eines Wechsels in diesen Arbeitsbereich. Unseriöse Angebote (Vorfinanzierungsangebote, Bardamen etc.) sollten Sie aber gänzlich unbeantwortet lassen.

Wenn Sie ein gutes Angebot erhalten, empfiehlt es sich, sofort anzurufen und/oder sich schriftlich zu bewerben. Sie sollten vorher auf jeden Fall nachfragen, bevor Sie Ihre gesamten Bewerbungsunterlagen irgendwohin schicken. Der Name der bisherigen Firma sollte nicht genannt werden, bevor man weiß, um welche neue Firma es sich handelt.

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